Das PFERDE-Homöopathie-Buch

Tim Couzens schafft mit seinem umfangreichen Pferde-Homöopathie-Buch einen Brückenschlag, der viele Themen in einem Werk vereinigt. [...]

Das PFERDE-Homöopathie-Buch

Tim Couzens
 Das PFERDE-Homöopathie-Buch
 Erschienen 2010, 580 Seiten
 ISBN 978-3-941706-23-1 | Narayana Verlag 58,00 €

 

  • Rezension von:  Stefanie Olhöft im September, 2011

    Um ein Verständnis für Homöopathie zu erlangen und damit gut arbeiten zu können, braucht man viele Bücher: Grundlagenwerke, um die Prinzipien der Homöopathie zu verstehen; Arzneimittellehren, um die einzelnen Mittel kennenzulernen; Repertorien, weiterführende Literatur über Arzneimittelbeziehungen; spezielle Themen, wie Miasmen usw.

    Tim Couzens schafft mit seinem umfangreichen Pferde-Homöopathie-Buch einen Brückenschlag, der viele Themen in einem Werk vereinigt. Sicher macht es die Anschaffung verschiedener Bücher nicht überflüssig, bietet jedoch Therapeuten, wie auch interessierten Pferdehaltern einen guten Einstieg in die Homöopathie und kann dem erfahrenen Tierhomöopathen als Nachschlagewerk dienen.

    Nach einer kurzen Einführung stellt der Autor einige Konstitutionstypen vor, die vor allem pferdespezifisch dargestellt sind und nicht einfach nur, wie häufig in der Veterinärliteratur, vom Menschen abgeleitet. Hier merkt man deutlich, dass der Autor Praktiker ist.

    Im Folgenden wird auf Erkrankungen der einzelnen Organsysteme eingegangen. Dabei werden diese in ihrer Ausprägung erläutert und in Frage kommende Mittel nach den Erfahrungen des Autors empfohlen. Eine deutliche Differenzierung fehlt an dieser Stelle; dazu dient jedoch die Materia medica im Anschluss an diesen Abschnitt. Der Autor weist in seiner Einführung auch darauf hin, dass es nicht immer sinnvoll ist, nur nach aktuellen lokalen Symptomen zu verschreiben und verweist auf andere (klassische) Vorgehensweisen.

    Die an dieser Stelle empfohlenen Potenzangaben und Dosierungen sind keine "Rezeptangaben" und unbedingt vor dem Hintergrund der Aussagen bezüglich Potenzen in der Einführung zu verstehen!
     Diesbezüglich gibt es in der Homöopathie in der unterschiedlichen Literatur konträre Aussagen - so mag man geteilter Meinung sein, ob Hochpotenzen ein engeres Wirkungsspektrum haben als Tiefpotenzen.

    Auch verschiedene akute Themen werden in diesem Abschnitt angesprochen, wie Infektionskrankheiten, Erstversorgung bei Notfällen, Vergiftungen. Umfangreich geht Tim Couzens auf die homöopathische Begleitung rund um Operationen ein – wer geglaubt hat, hier mit Arnika und Staphisagria auszukommen, wird staunen!
     Spätestens nach dem Kapitel Impfungen, Vakzinosen wird jedem klar sein, dass es mit Thuja allein nicht getan ist.
     
     Der nächste Abschnitt befasst sich mit den Arzneimittelbildern (Materia medica) vieler bekannter, aber auch weniger bekannter Mittel, wobei der Autor auch Beziehungen der Arzneien untereinander und Vergleichsmittel erwähnt.
     Auch hier wird speziell auf das Pferd eingegangen. Die Leitsymptome beziehen sich hier jedoch überwiegend auf Hauptwirkungen auf körperlicher Ebene und geben nicht die hierunter erwarteten "Key-Notes", "Guiding Symptoms", "den roten Faden", die "außergewöhnlichen, sonderlichen Zeichen" wieder.
     Dass der Autor viele Aspekte berücksichtigt, die in der modernen Homöopathie anzusprechen sind, zeigt sich in den Kapiteln über Darmnosoden, deren Entwicklung bereits Dr. Edward Bach beschäftigt haben, bevor er die Bachblüten entwickelte, sowie über die Gewebesalze nach Dr. Schüßler.
     
     Aus diesem Buch wird deutlich, dass Grundlage dessen eine lange Praxiserfahrung ist.
     Tim Couzens ist Tierarzt in England. Bereits in den 80er Jahren begann er, sich mit Homöopathie zu beschäftigen und integrierte diese Therapie in seine Arbeit in der Praxis.
     1991 erhielt er sein Zertifikat in Akupunktur von der IVAS (International Veterinary Acupunture Society). 1995 gründete er in East Sussex das ganzheitliche Therapiezentrum „The Holistic Veterinary Medicine Centre“. Er veröffentlichte mehrere Bücher.

    Rezension:  Stefanie Olhöft September, 2011